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Plötzlich, eines Nachmittags, steht Mick Stemmer, ein
Schüler von knapp siebzehn Jahren, im Arbeitszimmer
seines Großvaters, des freien Publizisten Georg Stemmer,
sechzig; dessen Sohn und Schwiegertochter, die Eltern des
jungen Mick, wollen an geblich ohne Kind Urlaub machen. In
Mick und Georg treffen zwei Lebensweisen und -Ansichten aufeinander,
die gegensätzlicher kaum sein könnten.
Der Großvater, ein 68er, dem Bücher und Philosophie
lebenswichtig sind; der Enkel, ein Kind der Spaß- und
Geldgesellschaft, der in der Welt aus Fernsehen und Computerspielen
groß geworden ist und von Literatur so wenig Ahnung
hat wie von Geschichte und Politik. Gleichwohl ist er gedanklich
schnell und
weiß sich mit dem Witz und der Lakonik seiner Jugendsprache
intelligent zur Wehr zu setzen. Als beide Generationen - gemeinhin
heißt es ja, Großväter und Enkel verstünden
einander gut - begreifen, dass sie für längere Zeit
miteinander auskommen müssen, beginnt ein zunächst
spielerisch, dann ernst, schließlich hoch aggressiv ausgetragener
Kampf um Autorität
und Widerstand.
Ein versöhnlicher, gleichwohl brüchiger Schluss
lässt ahnen, dass Mick und sein Großvater Georg
lernen werden, miteinander auszukommen - wenn beide ihre
Lebenseinstellung und -haltung in Frage stellen können.
Gert Heidenreich, geboren 1944 in Eberswalde, lebt in der
Nähe von München. Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen,
Gedichte, Essays, Theaterstücke und Arbeiten für
Funk und Fernsehen. 1991-1995 war er Präsident des deutschen
P.E.N.-Clubs. Er wurde u. a. mit dem Adolf-Grimme-Preis (1986),
dem Literaturpreis der Stadt München (1990), dem Phantastik-Preis
(1995), dem Marieluise-Fleisser-Preis (1998), sowie der Goldenen
Medaille des Bayerischen Rundfunks ausgezeichnet. Sein neuestes
Buch ist die Biographie über Thomas Gottschalk.
KRITIKEN




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