DOIG! Das Musical ohne Gesang, ohne Tanz und mit sehr wenig Musik
Von Greg Freeman

Premiere: Donnerstag, 05. Mai 2011
Inszenierung: Ute Richter

Deutschsprachige Erstaufführung


Es spielen:

                 
 
 
     
 
Ulrich
Gall
 
Jens
Neuhaus
 
Michael
Seebooth
 
Stephanie
Theiß
 

 

Doig war ganz oben im Business und ist sehr tief gefallen. Blamiert, bloßgestellt, erledigt, von den Medien verfolgt, hat er Zuflucht bei seiner Schwester Daisy gesucht. Man hat ihn beurlaubt und legt ihm die Kündigung nahe, um ihn nicht rausschmeißen zu müssen. Was auch immer es ist, das schief gelaufen ist im Konzern: Doig muss dafür gerade stehen und die Verantwortung tragen. Als er versteht, dass er nichts mehr zu verlieren hat, kämpft er sich aus Depression und Schockstarre heraus. Er nimmt die Ratschläge seines Therapeuten wörtlich und erfindet sich neu. So wird aus dem aalglatten Karrieristen über Nacht ein widerspenstiger Konsumverweigerer, der seinen Besitz verschenkt und sich in eine Recyclingtasche kleidet. Angewidert von Heuchelei und Skandalhunger, Verantwortungslosigkeit und Habgier, die sein bisheriges Leben ausgemacht haben, prangert er all das nun an und führt einen Kreuzzug gegen Konsumterror. Doch so ernst hat es selbst die ökologisch korrekte Daisy nicht gemeint. Und während Doig sich wie ein Eremit zurückzieht, gelingt es seinem Freund und Kollegen Ralph, Doigs Aussteigertum in eine erbauliche Richtung
zu drehen…

Die fröhlich absurde, böse Satire rechnet mit vielen Missständen des Kapitalismus ab und zeigt, dass das System erfolgreich selbst diejenigen benutzt, die es entschlossen bekämpfen. Was beginnt wie ein Wirtschaftsthriller, mündet in einer schrillen Farce, und dass der Autor sein Stück ein „Musical“ nennt, ist nur ein Etiketten-schwindel mehr in unserer unredlichen Welt.

 

 

 

 

 

 








 

 

 

 

 





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